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Es werden Posts vom 2025 angezeigt.

Das richtige Mass an Trägheit

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In unserer heutigen Zeit scheint alles immer schneller zu werden. Informationen verbreiten sich in Sekunden, politische Diskussionen eskalieren viral, Krisen erfordern rasche Entscheidungen. Angesichts dieser Dynamik drängt sich eine Frage auf: Über wie viel Trägheit sollte eine Demokratie verfügen? Trägheit als Schutzmechanismus Trägheit hat einen überraschend positiven Aspekt. Sie wirkt wie ein Dämpfer für radikale Impulse, filtert überhastete Entscheidungen und schützt das System vor extremistischen Kräften. In turbulenten Zeiten – sei es das Aufkommen radikaler Bewegungen oder der Druck schneller politischer Lösungen – sorgt Trägheit dafür, dass nicht jede Laune oder jeder Populismus sofort in Gesetzesform gegossen wird. Sie verschafft Zeit für Reflexion, Abwägung und den notwendigen Diskurs. In dieser Hinsicht ist Trägheit kein Hindernis, sondern ein Schutzmechanismus, der Stabilität schafft und Vertrauen in Institutionen ermöglicht. Gleichzeitig kann zu viel Trägheit lähmen. Sie ...

Jenseits der Knappheit – ein Gegen-Narrativ

Die moderne Ökonomik beginnt oft mit einem Satz, der uns tief prägt: Knappheit. Unbegrenzte Bedürfnisse treffen auf begrenzte Ressourcen – so lautet das vertraute Axiom. Daraus entstehen Effizienzdenken, Wettbewerb, Wachstum und Verteilungskonflikte. Dieses Modell ist analytisch nützlich, doch es ist mehr als Theorie: Es ist ein Weltbild, das unsere Wahrnehmung formt. Wer die Welt primär als knapp denkt, beginnt sie auch so zu gestalten. Knappheit als Erzählung Knappheit ist nicht immer naturgegeben. Wohnungsknappheit existiert neben Leerstand, Armut neben Überproduktion, Wissensdefizite neben frei verfügbarem Wissen. Oft ist Knappheit das Ergebnis von institutionellen Arrangements, Eigentumsformen und Anreizsystemen. Sie ist kein Naturgesetz, sondern ein Hinweis auf Gestaltungsmöglichkeiten. Wer diesen Kontext ausblendet, nimmt die Welt als unveränderlich wahr und reproduziert ein überholtes Narrativ. Möglichkeit statt Mangel Statt Wirtschaft als Verwaltung von Mangel zu verstehen, kö...

Der Amerikanische Traum 2.0

Fleiss, Selbstwirksamkeit und menschliche Grösse verbinden Der amerikanische Traum lebt von der Vorstellung, dass jeder Mensch sein Potenzial entfalten kann – vom Tellerwäscher zum Unternehmer, von der Idee zur Innovation. In seinem Kern ist dies ein zutiefst menschliches Versprechen: Leistung soll sich lohnen, und Herkunft soll nicht über Lebenswege entscheiden. Dieses Versprechen wird jedoch oft verzerrt. Wer es im Leben nicht „schafft“, gilt schnell als selbst schuld. Eine solche Moral mag einfach sein, sie ist aber weder gerecht noch konstruktiv. Denn sie blendet aus, dass Selbstwirksamkeit nicht im luftleeren Raum entsteht. Es braucht Übungsräume Ein anschauliches Gegenbild bietet Parkour. Parkour ist mehr als Bewegung – es ist eine Praxis der Selbstwirksamkeit. Hindernisse werden nicht beklagt, sondern als Trainingsanlass begriffen. Durch Übung, Disziplin und Kreativität entsteht die Fähigkeit, Herausforderungen zu überwinden und eigene Wege zu finden [1]. Entscheidend ist dabei:...

Earth for All Deutschland – Rezension

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Ein Blick auf unsere gemeinsame Zukunft Earth for All Deutschland beschäftigt sich mit einer zentralen Frage: Wie kann ein gutes Leben für alle innerhalb der planetaren Grenzen möglich sein? Das Buch verbindet wissenschaftliche Analysen mit gesellschaftlichen Perspektiven und regt zum Nachdenken über unsere Verantwortung für globale Herausforderungen an. Die ersten 80 Seiten widmen sich einer detaillierten Analyse von Problemen wie Armut, Ungleichheit, Ernährung und Energieversorgung. Erst danach kommen konkrete Lösungsansätze auf den Tisch – etwa Massnahmen zur globalen Armutsbekämpfung, Ideen für gerechtere Steuersysteme oder die Stärkung kommunaler Infrastruktur. Dabei hätte ich mir gewünscht, dass die Lösungen noch konkreter und umfangreicher ausgearbeitet würden, schliesslich ist die Vision eines gerechten Planeten das eigentliche Herzstück. Besonders spannend sind die fünf Persona-Geschichten, die zeigen, wie Menschen im Jahr 2045 die Szenarien „TLTL“ und „GL“ erleben: ...

Die Bauern der Architektur

Warum KI gut zieht, aber nicht gut steht In der Ära der KI-gestützten Softwareentwicklung erleben wir eine neue Versuchung: schnelle Fortschritte, beeindruckende Lösungen, sofort funktionierende Features. Die KI ist wie ein genialer Taktiker am Schachbrett – sie findet elegante Züge, springt über Hindernisse hinweg, schiebt Figuren effizient. Doch genauso, wie im Schach der Erfolg eines Spiels nicht nur von einzelnen Zügen abhängt, hängt die Qualität einer Software nicht nur von einzelnen Features ab. Wer nur die taktischen Möglichkeiten nutzt – die schnellen Lösungen, die die KI liefert – riskiert, ein System zu bauen, das äusserlich glänzt, aber innen brüchig ist. Module werden kopplungsreich, Schnittstellen diffus, Erweiterungen schwer möglich. Die langfristige Struktur – die Architektur – leidet. In der Schach-Metapher: Man kümmert sich zu wenig um seine Bauern, konzentriert sich auf Springer und Läufer, übersieht das Fundament der Stellung. Das Ergebnis: eine schöne Anfangsphase, ...

Vorbild, um Reichtum *natürlich* zu begrenzen

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Als Ingenieur sind mir unterschiedliche Grössenordnungen geläufig. Deswegen ist mir die folgende Nachricht besonders sauer aufgestossen:  Noch Milliardär Elon Musk soll 2027 anscheinend Billionär werden [1]. Es gibt ja bereits die Debatte über #NoMoreBillionaires [2]. Wenn das jetzt nicht umgehend zur Forderung #NoFirstTrillionaire wird, wäre das mehr als skandalös. Grund: Hier ist ein Individuum im Begriffe, straffrei (sic!) einfach locker und ungefragt eine weitere Grössenordnung  zu überqueren – als ob nichts wäre. Als Mitglied unserer demokratisch organisierten und solidarischenen Gesellschaft läuft es mir deshalb kalt den Rücken herunter. Ich bin der Meinung, dass uns solche Dinge keinesfalls egal sein sollten und niemals einfach so hingenommen werden dürfen! Hier deswegen ein Modell, welches zur Anwendung kommen könnte: Das  Logistische Wachstum  [3-5]. Es hat eine Obergrenze, die im Falle von Reichtum/Vermögen demokratisch festgelegt werden könnte. Als Start f...

Der Ereignishorizont als Big Rip

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Eine Umdeutung der letzten Grenze In einem früheren Post [1] steht in der dritten Aussage, das Universum sei beides – unglaublich gross und klein: Sieht man hinauf in den Sternenhimmel, so kommt uns das All unendlich riesig vor. Falls es jedoch zutrifft, dass sich im Innern eines Schwarzen Lochs eine Singularität befindet, wo alles auf einen einzigen Punkt verdichtet ist, so ist das Gegenteil der Fall. Ein gesamtes Universum passt demnach also in eine winzige Singularität hinein. Diesen scheinbaren Gegensatz soll nachfolgend anhand des Hyperwürfels näher analysiert und als mögliche Illusion entlarvt werden. Was ist ein Hyperwürfel? Ein solches Konstrukt nennt man im vierdimensionalen Raum ein Tesserakt  oder 4-dimensionaler Hyperwürfel  [2, 3]. Ein Tesserakt besteht aus: 8 kubischen „Zellen“ (also 3-dimensionale Würfel), die so miteinander verbunden sind, dass sie in der vierten Dimension aneinander angrenzen, analog wie ein gewöhnlicher Würfel aus 6 quadratischen Flächen ...

Die gute Nachricht

Geistigkeit existiert scheinbar ausserhalb von Raum und Zeit. Also existieren Ideen, Konzepte, Designs ewig – schon immer und für alle Zeiten. Wir leben in der Matrix der Dualität. Alles Geistige kann per "Download" in die Realität geholt oder anders gesagt, "empfangen" werden – wie Frequenzen bei einem Radiogerät. Wir manifestieren. Das Universum/Mysterium schöpft und manifestiert natürlich ebenfalls (z.B. uns Menschen). Wir sind gewollt 😍