Mental Load – muss nicht sein

Er wird oft als grosses Übel in Beziehungen diskutiert: die unsichtbare Last, die vor allem Frauen tragen – der Mental Load. Das Patriarchat sei schuld und Männer zu faul, um Verantwortung zu übernehmen. So einfach ist es nicht.

In meiner eigenen Beziehung habe ich erlebt, dass Verantwortung ungleich verteilt wird, wenn Vertrauen fehlt. Wer alles selber kontrolliert, trägt die Last automatisch allein – selbst wenn der Partner bereit ist, seinen Teil zu übernehmen. Mental Load wird demnach durch das eigene Verhalten mitverursacht.

Geteilte Verantwortung heisst anzuerkennen, dass in einer Zweierbeziehung nicht mehr als 50% pro Person vorhanden sind. Wer mehr für sich in Anspruch nimmt, tut das auf Kosten des Partners!

Seit unserer Trennung vor über fünf Jahren und der Einführung des Nestmodells hat sich das Problem entschäft. Durch die zeitliche Aufteilung trage ich jeweils die volle Verantwortung in meinem Abschnitt. Da ich bereit bin, dass Dinge auch schiefgehen dürfen, kann ich sogar darunter gehen (solange nicht die Gesundheit und Sicherheit beeinträchtigt wird oder der Alltag auseinanderfällt). Die Praxis hat meine Haltung bestätigt. Pragmatismus hilft nicht nur im Büro, sondern auch zu Hause.

Das ist natürlich kein Trennungsaufruf 😅 Viel eher geht es um Verantwortungsdesign. Konzepte wie Mental Load können Leid sichtbar machen, lösen aber keine realen Probleme. Wer Verantwortung bewusst abgibt, lernt Vertrauen und erlebt, dass Mental Load vermeidbar ist – oder zumindest ein Problem, das aktiv gestaltet werden kann.

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